Die Legende vom heiligen Willebold

In der Nacht des Allerheiligentages 1230 starb auf "wunderbare"  Weise ein unbekannter Pilger in einer Scheuer beim heutigen Gasthof Krone. Es heißt in der Überlieferung: die Glocken der Pfarrkirche fingen von selbst an zu läuten und "lieblicher Engelsgesang" und himmlischer Wohlgeruch" haben sich verbreitet. Niemand kannte den Namen des Pilgers.

Ein Besessener soll ihn Willebold geheißen haben. Kaum zwanzig Jahre später, um 1250, begann die Verehrung des seligen Willebold. In jener Zeit" fiel dem Schwabenland so groß  Übel, Angst und Ungemach zu, mit Kriegen, Rauben, Trauer und Hunger", dass die Leute vor diesem Gottesgericht erzitterten. Die Fürsprache des  Pilgers Willebold soll 1273 dem Land den Frieden gebracht haben.

Der damalige Pfarrer Pater Heinrich von Fellheim aus dem Kloster Rot ließ noch im gleichen Jahr die Gebeine in die Pfarrkirche übertragen. Für die Menschen jener Zeit war  es ein sicheres Zeichen, fortan Willebold als Heiligen zu verehren und ihn um Fürbitte bei Gott anzuflehen. Viele Wunder hätten sich an seinem Grab ereignet.

Ein Teil des mittelalterlichen Grabsteins mit dem einfachen Pilgerkreuz finden die Besucher noch heute am südlichen Seitenschiff. Abt Willebold Held vom Kloster Rot ließ ihm nach dem Kirchenbrand am 31. Mai 1785 einen neuen Sarkophag aus Stuckmarmor errichten. Noch heute gilt der heilige Willebold in Berkheim als  Mitpatron der Pfarrkirche und wird als Beschützer des Illertals verehrt. Zu  seinem Fest im Juli (entweder am Sonntag vor oder nach dem Apostel Jakobus), an dem eine feierliche Reliquienprozession gehalten wird, kommen immer noch Pilger.

Pfarrer Michael Ritter von Jung blieb es vorbehalten, die unbekannte Geschichte  des Heiligen in ein Theaterstück zu fassen: Im Kampf gegen die bösen und  friedlosen Menschen hat sich Gott für den guten Pilger Willebold entschieden und ihn in den Himmel "erhoben". Es ist Tradition in Berkheim, das Willeboldsspiel  alle zehn Jahre aufzuführen.

Willebold gehört zu den unbekannten Heiligen der Kirche. Der  Pilgerweg des Lebens ist heute genauso beschwerlich wie zur Zeit Willebolds.  Unter Friedlosigkeit, Not und Elend leiden Millionen von Menschen in unserer Welt. Möge Gott auf die Fürsprache des heiligen Willebold, unserer Zeit den Frieden erhalten.

St. Willebolds Lied

Gottesstreiter Willebold, Hüter unserer Heimatgauen, schau hernieder und sei hold allen, die auf dich vertrauen. Steh uns bei in aller Not, ||: hilf im Leben, hilf im Tod:||

1. Strophe:

Ahnenruhm und  Geld und Gut fanden nicht dein Wohlgefallen, nahmest Stab und Pilgerhut, in das heilge Land zu wallen. Armut, Demut und Gebet ||: war dein Opfer früh und spät.  :||

   

2. Strophe:

Nach vollbrachter Pilgerfahrt lenktest du in fremde Hütte todesmüd nach Gottes Rat  deine letzten Erdenschritte. Sprachest dann auf hartem Bett ||: deines Lebens  Nachtgebet. :||

   

3. Strophe:

Wie dein Haupt im Tod erblasst “ Gottes Wunder “ Berkheims Glocken singen, klingen ohne Rast voller Jubel und Frohlocken. Und gelockt von lichtem Schein||: findet schnell das Volk sich ein :||

   

4. Strophe:

Sieht ihn liegen totenbleich, spürt um ihn ein süßes Weben, preist ihn heilig alsogleich, sieggekrönt im ewgen Leben. Wir auch singen fröhlich mit. ||: Heilger Willebold  für uns bitt´. :||